Tierheilpraxis Anja Eder
TierheilpraxisAnja Eder  

Blutegel

Fotolia-collection medical leech isolated on white ©dule964

Der Blutegel gehört zum Stamm der Ringelwürmer und der Ordnung der Oligochaeta, wie auch z.B. der Regenwurm, aber er ist kein Wurm!
Die zweite Unterklasse wäre der Hirudinea (Blutegel) mit der Unterordung Rüsselegel, Kieferegel und Schlundegel. Es gibt weltweit ca. 600 Blutegelarten wovon ca. 15 Blutegelarten für medizinische Anwendungen genutzt werden. Die genutzten Hauptarten sind der Hirudo medicinalis sowie der Hirudo verbana.
Ausgewachsen ist der Blutegel 5-10 cm lang und im hungrigen Zustand hat er einen Durchmesser von ca. 1cm. Blutegel sind Zwitter,  so kann jeder Egel einen anderen befruchten bzw befruchtet werden. Dies geschieht allerdings in alterabhängigen Geschlechtsphasen, also entweder oder.

Der Egel verfügt an der Oberlippe über Chemo-, Thermo-, und Berührungsrezeptoren. Diese ihm wichtigen Informationen nutzt er, um die richtige Stelle auf der Haut zum Beißen zu finden. Er sucht sich also instinktiv die Stelle die am leichtesten Nahrung bietet. Das wären, günstiger Weise entzündete Stellen (erhöhte Wärme) od. Stellen mit vermehrter Blut bzw. Gewebeflüssigkeitsansammlung.
Hat der Egel die richtige Stelle gefunden, sägen sich seine 3 Kiefer die jeweils mit ca. 80 Zähnchen besetzt sind in die Haut. Die ‚Wunde‘ zeigt hinterher ein Y oder auch Mercedesstern förmiges Muster. Mit seinem Hinterteil saugt sich der Egel ebenfalls fest. So hat er die optimale Position gefunden.

Das aufgenommene Blut gelangt beim Egel in seine vielen Blindsäcke, wo es getrennt wird – feste Bestandteile von Plasma. Das durchsichtige Plasma wird beim Saugvorgang über die Haut ausgeschieden. Das sieht man sehr schnell und ist für uns ein Zeichen das der Egel richtig sitzt. Das Ausschwitzen des Plasmas hält außerdem den Egel feucht und verhindert sein Austrocknen.

Ein erwachsener Egel kann die sechs- bis zehnfache Menge seines Körpergewichtes an Nahrung aufnehmen. Ungefähr die gleiche Menge fließt dann bei der Nachblutung ab. Wieder ein Bestandteil der für uns sehr wichtig ist...

 

Nachfolgend ein kleiner Indikationsüberblick:

 

Hunde
Abszesse, Arthritis, Arthrose, Blutohr,Dackellähme, Gesäugeleistenentzündungen, Hüftgelenksdysplasie, Leckekzem, Lumbago/Ischialgie, Nervenentzündung, Ohrekzem, Rheuma, schlechte
Wundheilung, postoperative Narben, Spondylose,Tendinitis, Tendovaginitis...

Katzen
Abzesse, Bänderzerrung, Ekzeme, Gesäugeleistenentzündung, Gelenk-

dysplasie, Gelenkentzündung, Hämatome, Ischialgie, Nervenentzündung, Ödeme, Operatitonsnachsorge, Wundheilung,

 

Bei Katzen ist das Egeln etwas schwieriger, da man die meisten Katzen nicht davon überzeugen kann, während der Behandlung still zu sitzen bzw. zu liegen.  Dazu sollten Katzen nicht geschwächt sein und ein Körpergewicht von mindestens 8 kg haben, dann können auch Katzen mit kleinen Egeln behandelt werden.

 

Ich beziehe meine Blutegel aus der Apotheke oder direkt aus der Blutegelapotheke.